Begrifflichkeiten/Erklärungen rund um unser Hobby
Immer wieder werden wir von Spaziergängern und Touristen gefragt, was zum Beispiel eine Springflut ist oder warum heißt der Dorsch auch Kabeljau.
In unserem kleinen Lexikon findet ihr Antworten auf diese und andere Fragen.
Wir werden das Lexikon stetig erweitern, um so möglichst viele Fragen abzudecken.
Aal/Blankaal/Breitkopfaal/Flußaal/Spitzkopfaal (Anguilla anguilla)

Der Aal hat ein wenig Ähnlichkeit mit einer Schlange. Er hat einen Langgestreckten, schlangenähnlichen Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen langen, einheitlichen Flossensaum um den Körper herum. Ein Aal hat zwei kleine Brustflossen aber keine Bauchflosse. Die Haut des Aals ist sehr dick und schleimig. Er hat kleine Augen und meist eine bräunlich/olive Färbung wobei die Körperunterseite weiß ist. Die Schuppen des Aals sind sehr klein und tief eingebettet. Die Weibchen werden zwischen 60 cm und 1,30 m lang und bis zu 6 kg schwer, männliche Aale bleiben wesentlich kleiner, höchstens 60 cm.
Nahrung
Fliegen- Zuckmückenlarven, Würmer, Flohkrebse, Schnecken, Muscheln, Krebse, kleine Fische, Frösche, Kaulquappen
Vorkommen
Aale sind in Europa und Nordafrika dort verbreitet, wo eine Verbindung zum Atlantik besteht. Auch in der Ost- und Nordsee können also Aale gefangen werden gefangen. Der Aal als Wanderfisch verbringt den größten Teil seiner Jugendzeit im Süßwasser und wandert vermutlich zur Fortpflanzung in die Saragossasee im Atlantik. Dort erfolgt dann die Paarung.
Beaufort-Skala/Windstärken (Bft)
Die Beaufort-Skala wurde 1806 von dem englischen Admiral Sir Francis Beaufort (1774 - 1857) erarbeitet.
Mit ihrer Hilfe kann anhand der Auswirkungen des Windes die Windstärke geschätzt werden.
Sie erreicht von Stärke 0 (Windstille) bis Stärke 12 (Orkan).
| Bft |
Bezeichnung |
km/h |
m/s |
| 0 |
Windstille |
kleiner als 1 |
kleiner als 0,3 |
| 1 |
Leichter Wind/Zug |
1 bis 5 |
0,3 bis 1,4 |
| 2 |
Leichte Brise |
6 bis 11 |
1,5 bis 3,1 |
| 3 |
schwacher Wind |
12 bis 19 |
3,2 bis 5,3 |
| 4 |
mäßiger Wind |
20 bis 28 |
5,4 bis 7,8 |
| 5 |
frischer Wind |
29 bis 38 |
7,9 bis 10,5 |
| 6 |
starker Wind |
39 bis 49 |
10,6 bis 13,6 |
| 7 |
steifer Wind |
50 bis 61 |
13,7 bis 16,9 |
| 8 |
stürmischer Wind |
62 bis 74 |
17,0 bis 20,5 |
| 9 |
Sturm |
75 bis 88 |
20,6 bis 24,4 |
| 10 |
schwerer Sturm |
89 bis 102 |
24,5 bis 28,3 |
| 11 |
orkanartiger Sturm |
103 bis 117 |
28,4 bis 32,5 |
| 12 |
Orkan |
118 bis 133 |
32,6 bis 37,0 |
Dorsch/Kabeljau (Gadus morhua)

Dorsch? Kabeljau?
Beim Dorsch handelt es sich um den noch nicht geschlechtsreifen Kabeljau. Sobald er geschlechtsreif wird, nennt man ihn Kabeljau.
Der Kabeljau hat drei Rückenflossen und zwei Afterflossen. Der typische Kinnfaden aller Dorsche ist lang und kräftig. Eine Seitenlinie ist zu erkennen. Die Färbung des Kabeljaus ist uneinheitlich, meist ein grünlich, bräunlich oder rötlich gefärbtes Fleckenmuster (marmoriertes Aussehen), die Bauchseite ist heller als der Rücken.
Nahrung
Würmern, Krebse, Muscheln, mit zunehmendem Alter auch kleinere Fische
Wenn er dann größer ist, jagt er Heringsschwärme, Makrelen und andere Fischschwärme.
Vorkommen
Der Kabeljau ist im Nordatlantik, an der europäische Westküste, in der Ostsee, in der Barent- sowie Labradorsee und dem weißen Meer zu Hause. Er hält sich in Tiefen von 5 m (an der Küste) bis 600 m auf. Hauptsächlich zieht es ihn an den Meeresgrund.
Wenn er auf der Suche nach Nahrung ist, hält er sich vorzugsweise in kälteren Regionen auf. Zum Laichen schließlich zieht es ihn in wärmere Gefilde.
Gezeiten (Tide) — Ebbe/Flut

Ebbe
Ebbe ist der Zeitraum des Sinkens des Wasserspiegels — "ablaufendes Wasser".
Große Gebiete des Wattes sind dann sichtbar bzw. fallen trocken.
Den tiefsten Wasserstand nennt man Niedrigwasser (NW) bzw. Tideniedrigwasser.
Flut
Flut ist der gesamte Zeitraum des Steigens — "auflaufendes Wasser".
Der Wasserspiegel steigt zweimal am Tag um bis zu dreieinhalb Meter an. Das Watt ist dann überflutet.
Den höchsten Wasserstand nennt man Hochwasser (HW) bzw. Tidehochwasser.
Diese Phasen haben alle eine Bedeutung für die Schifffahrt, z. B. durch die Strömung, die bei kleineren Booten zwangsläufig die Möglichkeit zum Einlaufen oder Auslaufen aus einem Hafen bestimmt, oder durch die jeweilige Wassertiefe, die bestimmt, ob ein Gewässer zu einer bestimmten Zeit ohne die Gefahr, auf Grund zu laufen, befahrbar ist.
Die gezeitenerzeugenden Kräfte sind durch das Zusammenwirken der Anziehungskräfte von Erde, Mond und Sonne und den mit der Bewegung der Himmelskörper verbundenen Fliehkräfte bestimmt.
Weitere Einflussfaktoren sind die Land- und Meerverteilung, die Küstenform und der Wind.
Gezeiten beeinflussen ebenfalls den Erdkörper und die Anthmosphäre.
Räuchern

Räuchern eine der ältesten Methoden zur Konservierung bzw. Haltbarmachung von Fleisch, Geflügel und Fisch. Dabei wird dem Lebensmittel zum einen allmählich die Flüssigkeit entzogen, zum anderen lassen die Inhaltsstoffe des Rauches das enthaltene Eiweiß gerinnen.
Der Rauch selbst entsteht durch glimmendes Holz (Buche, Wacholder, Eiche oder Erle), Sägespäne bzw. Sägemehl in Räucheröfen. Das Brennmaterial verbrennt dabei nur unvollständig.
Auf dem Räuchergut lagert sich zudem eine Rußschicht ab, die es versiegelt und antibakteriell wirkt.
Neben der konservierenden Wirkung beeinflusst das Räuchern aber auch Farbe, Geschmack und Geruch von Fisch und Fleisch auf angenehme Weise.
Es gibt 3 Methoden: Kalt-, Warm- und Heißräuchern
Kalträuchern:
Die Temperatur zwischen 12°C und 20°C ist gut geeignet für Rohwurst, Rohpökelware, Speck und Kochwurst.
Warmräuchern:
Bei diesem Verfahren werden bei einer Temperatur zwischen 20°C und 45°C vor allem Kochpökelware, Brühdauerwurst und Rohwurst (hier mit relativ hoher Luftfeuchte) geräuchert.
Heißräuchern:
Hier liegt die Temperatur zwischen 50°C und 90°C. Dieses Verfahren wird bei der Herstellung von Brühwurst und Kockpökelware verwendet.
Fische werden heiß geräuchert, d. h. bei hohen Temperaturen in relativ kurzer Zeit.
Seezunge (Solea solea)
Die Seezunge ist ein lang-ovaler Plattfisch und gehört zu den Edelfischen. Die Augenseite (Oberseite) ist meistens grau bis graubraun, die Blindseite (Unterseite) ist hell.
Die Seezunge kann bis zu 17 Jahre alt werden. Sie kann eine Größe von 50 bis 60cm und ein Gewicht von etwa 300-400 Gramm erreichen, wobei die weibchen etwas größer als die Männchen sind. Im Gegensatz zu anderen Arten hat die Seezunge vollentwickelte Brustflossen. An der Seite liegen zwei Flossen, die den ganzen Körper umranden. Der Kopf ist gerundet und kurz mit zwei oben liegenden Augen, die auf der rechten Seite liegen.
Das Fleisch ist weiß, fest und sehr schmackhaft. Die Seezunge ist ein hervorragender und teurer Speisefisch.
Nahrung
Seezungen ernähren sich vorwiegend von Muscheln, Krebsen und Borstenwürmern.
Vorkommen
Seezungen sind in der Nordsee, dem Ärmelkanal, Mittelmeer, aber auch entlang der Atlantikküste zu finden.
Scholle/Butt/Plattfisch (Pleuronectes platessa)

Die Scholle gehört zu den Plattfischen (Schollenartigen Fischen).
Ihr Körper ist bei den erwachsenen Tieren seitlich stark abgeplattet, so dass sie sehr gut auf dem Bodengrund liegen können.
Die beiden Augen befinden sich auf der gefärbten Oberseite, während die Tiere auf ihrer blinden, blassen Flanke liegen. Die Rücken- und Afterflosse sind zu einem Flossensaum ausgebildet.
Plattfische bewegen sich mit wellenförmigen Bewegungen des ganzen Körpers fort.
Bemerkenswert ist ihre sehr gute farbliche Anpassungsfähigkeit an die Umgebung.
Nahrung
Sie ernähren sich von kleinen Muscheln und Krebsen, Sandaale, Garnelen und Borstenwürmern.
Vorkommen
Der Butt lebt im Nordatlantik von Portugal bis zur Nord- und Ostsee und im westlichen Mittelmeer.
Die Scholle ist ein Grundfisch, der in den Küstengewässern auf Sand- und Tonböden bis in Tiefen
von 200 m lebt.
Dabei findet man die jungen Schollen in den Gezeitenzonen flacher Strände; mit zunehmendem Alter wandern sie in tiefere Wasserschichten.
Springflut/Springtide

Eine Springflut (bzw. mit anschließender Ebbe Springtide) ist eine höher auflaufende Flut, verursacht durch die Konjunktion oder Opposition von Sonne und Mond, die durch gemeinsame Gezeitenwirkung das höhere Hochwasser verursachen. Dies ist bei Vollmond und Neumond der Fall; allerdings verzögert sich die Auswirkung in der Deutschen Bucht um ein bis drei Tage.
Bei der Bildung der Gezeiten überwiegt der Einfluss des Mondes; der Einfluss der Sonne macht sich v. a. in dem wechselnden Gezeitenhub bemerkbar.
Stehen Sonne, Mond und Erde bei Vollmond oder Neumond in einer Linie, dann "zieht" die Anziehungskraft von Sonne und Mond gemeinsam an dem ihnen zugewandten Flutberg. Das Resultat ist eine höhere Flut, eine Springflut, Springtide.
Stehen Sonne und Mond im rechten Winkel zueinander, wirken die Anziehungskräfte von Sonne und Mond gegeneinander. Daraus ergibt sich eine niedrigere Flut, auch Nippflut genannt.
Normalerweise ist eine Springflut eine wenig spektakuläre Erscheinung, bei der das Hochwasser nur einige Zentimeter höher aufläuft. Da bei Springtide das Niedrigwasser niedriger als normal ausfällt, kommt es aber insgesamt zu einer stärkeren Gezeitenbewegung. Dies kann sich dann, z.B. an Meerengen, etwa zwischen Insel und Festland, in einer Zunahme des Gezeitenstroms bemerkbar machen. In einigen Buchten oder Flussmündungen kann es dabei sogar zu einer sichtbaren Gezeitenwelle kommen, so dass die Springflut ausnahmsweise als Naturereignis unmittelbar sichtbar wird.
Durch den Umlauf des Mondes kommt es alle 14 Tage zur Springtide, die sich aber gegenüber der Position der Gestirne (Konjunktion/Opposition) um Stunden oder wenige Tage verspätet (Springverspätung).
Stint (Osmerus eperlanus)

Der in der Regel 15 bis 18 cm, höchstens 30 cm lange Körper ist schlank und seitlich wenig abgeflacht. Stinte haben einen leicht durchscheinenden Körper. Der Rücken und Seiten sind graugrün bis rosa, die Flanken silbrig glänzend. Die Schwanzflosse hat einen dunklen Rand.
Der Stint ist ein kleiner lachsartiger Meeresfisch und wird bis zu sechs Jahre alt.
Eigentümlich ist der intensive, an frische Gurken erinnernde Geruch.
Stinte reagieren empfindlich auf Veränderungen der Wasserqualität.
In den vergangenen Jahrzehnten gingen die Bestände auf Grund der Verschmutzung der europäischen Flüsse stark zurück, mittlerweile ist eine Erholung zu verzeichnen.
Nahrung
Besteht vor allem aus kleinen Planktonkrebsen, Bodentieren und auch Jungfischen wie Grundeln, Sprotten, Heringen und der eigenen Art.
Vorkommen
Der Stint ist ein Meeresfisch in den Küstengewässern Europas von der Ostsee bis zur Biskaya. Desweiteren kommt er im Brackwasser der großen Flussmündungen (hier bei uns die "Ems") vor.
Wattwurm (Arenicola marina)

Der Wattwurm (auch Sandpierwurm) gehört zur Familie der Vielborster. Der rotbraune Wurm wird ca. 20 cm lang und ist in der vorderen Hälfte etwa fingerdick. Das hintere Ende ist dünner. Im Prinzip befindet sich dort nur der Darm. Alle anderen Organe, wie z.B. die Fortpflanzung oder die äußeren Kiemen, befinden sich im vorderen Abschnitt.
Der Wattwurm lebt in 20 bis 50 cm tiefen Röhren in U-Form im Wattenmeer. Er frisst ständig den Sand des Wattes und filtert dort die organischen Stoffe heraus, welche er dann verwertet.
Etwa alle 45 Minuten kommt er an den Eingang seiner Röhre und stößt Kot aus, der als spaghettiförmiger Sandhaufen den Eingangsbereich seiner Röhre markiert.
Der Wattwurm ist in den Wattenmeeren der östlichen Atlantikregion, namentlich in der Nordsee, verbreitet. In den Wattenmeeren des Westatlantiks (Nordamerika) wird er durch die Art Arenicola cristata vertreten. Er kann dabei in höheren Lagen, die nur durch das Hochwasser der Flut erreicht werden, ebenso vorkommen wie in den tiefen Lagen des Wattenmeeres.
Der Wattwurm ist nach zwei Jahren geschlechtsreif. In der Vollmondphase des Monats Oktober pflanzt er sich fort, indem das Männchen sein Sperma ins Wasser abgibt. Wenn das Sperma die Wohnröhre eines Weibchens erreicht, gibt dieses die Eier ins Wasser ab. Die befruchteten Eier behält es so lange in ihrer Röhre, bis sie ausgeschlüpft sind. Danach schwimmen die Jungtiere ins freie Wasser. Sie siedeln sich zur Überwinterung im Feinsubstrat an, erst im darauffolgenden Jahr lassen sie sich auf die Sandplatten, den Lebensraum der adulten Wattwürmer, treiben.